ENTSCHULDIGUNG, ENTSCHULDIGUNG

Können sie mir helfen?
 
Diese Geschichte hat sich wirklich so abgespielt.
 
Vor etwa 3 Wochen wurde ich genauso angesprochen. Ihr könnt mir glauben ich fühlte mich schlecht und hatte auch ein schlechtes Gewissen.
 
Nach diesem Erlebnis, habe ich mir ernsthaft Gedanken gemacht. Es taucht ein Wort auf „die Aufmerksamkeit.“ Es gibt viele Faktoren die dazu führen nicht aufmerksam zu sein. Ungewollt oder gewollt.
 
Man will sich nicht in Probleme verwickeln lassen. Man will kein Kontakt herstellen. Man will selbst kein Schaden nehmen, denn es könnte ja eine Falle sein. Oder man fühlt sich belästigt, weil man davon ausgeht dass ein Besoffener mich anspricht Geld will und dafür habe ich keine Zeit. Wegsehen ist einfacher als zu helfen. Für einige Menschen ist das so.
 
Ich bin zu diesem Zeitpunkt nicht aufmerksam genug gewesen, war zu diesem Zeitpunkt voreingenommen, weil ich annahm der Mann sei alkoholisiert und zog diesen Menschen, der Hilfe brauchte in meine Gleichgültigkeit hinein. Wie konnte ich annehmen, dass dieser Mensch ein Betrunkener ist?
 
Das Bild: In dieser Umgebung spiegelt sich täglich das gleiche Bild ab. Dieses Elend spielt sich jeden Tag ab. Es treffen sich viele arbeitslose Säufer, die sich schon aufgegeben haben. Sie werden nur noch zu einer Belästigung.
 
Es gibt keinen Tag an dem ich nicht angesprochen werde. Entweder geht es um Geld oder eine Zigarette. Ich fühle mich genervt.
 
Ein weiteres Bild: Das Verhalten, so als wäre man zuhause. Sie pinkeln öffenflich an die Wand. Jeder Mensch kann ihnen zusehen, darunter auch die Kinder. Einige liegen im Grasstreifen und schlafen ihren Rausch aus alles passiert beim Einkaufsmarkt Kaufland.
 
Ich gehe hier fast jeden Tag einkaufen und es ist immer so spürbar, als würde es immer schlimmer werden.
Das Elend ist zu sehen, weil Alkohol mit im Spiel ist.
 
Niemand kann vorhersagen was auf seinem Weg geschieht.
 
Ich gehe an diesem Tag einkaufen und habe den Kopf voll von vielen anderen Dingen, die mich so beschäftigten. Eigentlich wollte ich an diesem Tage gar nicht mehr einkaufen gehen. Es war eine spontane Entscheidung.
 
Ich hatte eine Menge um die Ohren und hetzte von einem Termin zum anderen. Ich war seit 08:00h unterwegs. Die Hitze war unerträglich und meine Klamotten klebten förmlich an meinem Körper.
 
Lustlos tingelte ich nach Kaufland Bergedorf ( Hamburg). Ich ging an einem auf der Treppe sitzenden Mann meines Alters ca. 58 Jahre vorbei. Vielleicht hatte ich einige Kleinigkeiten in der Umgebung doch in der Eile einfach überblendet.
Seine Hilfe hatte ich einfach nicht gesehen. Immer wieder taucht in mir das Bild auf. Ich wollte mich nicht anpumpen lassen. Von diesem betrunkenen Mann, der genauso ist wie die Anderen.
 
Kann ich mir nach dem Aussehen eines Menschen ein Urteil bilden? Ich werde in Zukunft nicht mehr so tun als würden „Die“ doch alle gleich sein.
 
Ich bin ein hilfsbereiter und achtsamer Mensch und helfe im Notfall. Normalerweise ruft man 110 oder 112 an, dafür hätte ich aber auf den Mann zugehen müssen.
 
Ich bin  geblendet von dieser Umgebung von diesem Elend und vergleiche jede Person, die irgendwo auf eine Treppe sitzt mit einer solchen Gruppe.
 
Wie soll ich Hilfe abschätzen? Würde es ein solches Bild nicht geben, dann hätte ich gewusst das hier etwas nicht stimmt. Viele Dinge kommen zusammen. Ich war genervt und konnte die Situation nicht richtig einschätzen.
 
Wieso ist es mir passiert? Der Mann braucht Hilfe, doch seine Hilferufe höre ich nicht. Ich hätte mich mit diesem Mann auseinandersetzen müssen. Später machte ich mir große Vorwürfe.
 
Ich versetzte mich nach einer Zeit in die Notlage des Mannes hinein, indem ich mich gedanklich auf die Treppe setzte und selbst um Hilfe bat. Alle gingen an mir vorbei. Ich spührte die Angst, eine Angst der Hilflosigkeit. Viele Gedanken kamen und selbst der Gedanke, muss ich sterben.
 
Es war mir nicht wichtig genug. Der Mann braucht keine Hilfe. Ich habe keine Zeit. Mir war mein Einkauf wichtiger. Ich war in diesem Moment ein Egoist.
 
Als ich mit allem fertig war ging ich aus dem Gebäude hinaus. Es zeigte sich mir ein Bild das dieser Mann auf dem Boden liegend vom Sanitäter betreut wurde.
 
Sein Oberkörper wöllbte sich und seine Beine zuckten in einer Bewegung. Ich bin bei diesem Anblick weitergegangen und sah aus seinem Mund  weißen Schaum hervor treten. Ich spürte Hass auf mich selbst und eine Wut in mir.
 
Eine Schuldfrage entstand: Was nur habe ich falsch gemacht? Was wäre anders gewesen wenn ich anders reagiert hätte und wäre ich doch nur auf diesen Mann zu gegangen.
 
Ich spührte eine andere Wut in mir. Diesen Anblick von Elend. Ein Bild von“Denen“, die das Elend von sich wiedergeben.
Die nicht nur von sich selber, sondern auch andere unbeteidigte Menschen in den Schatten stellen.
 
Die mich beeinflussen alles sei in einer unmittelbaren Umgebung schlecht und so bin ich geblendet von der Tatsache, der Mann braucht keine Hilfe. Er ist einer von „Denen.“
 
Es ist die Unaufmerksamkeit die ich tagtäglich nicht nur an mir sehe. Hilfe zu erhalten wirkt in der gegenwärtigen Gesellschaft zweitrangig.
 
Kaum einer will sich mit dem Problem der Anderen beschäftigen. Es könnte durchaus sein, dass der Ärger noch größer werden kann eigene Probleme zu machen und das muss wirklich nicht sein. Es entstehen Gedanken wenn ich helfe könnte ich noch größere Probleme bekommen. In einem Moment die richtige Entscheidung zu treffen kann leben retten.
 
Doch wann ist die richtige Entscheidung zu helfen? Nehmt euch Zeit darüber nachzudenken.  Hat es in eurem Leben eine ähnliche Situation gegeben, in der ihr nicht geholfen habt, weil ihr die Umgebung mit einbezogen habt?
 
geschrieben Michael Johanns Copyright 2021

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Wer etwas geben möchte der oder die kann gerne muss aber nicht.

Veröffentlicht von michaelcarljohanns

Ich bin 58 Jahre und lebe in Hamburg. Ich möchte mit meinen Gedanken gerne mit meinen Berichten etwas bewegen. Aber nicht nur das über viele Jahre habe ich mir viel Menschenkenntnis ansammeln können. Viel später in mein Leben habe ich an mir festgestellt ich habe ein Talent das Schreiben. Ich Beobachte Menschen und schreibe darüber, weil ich glaube auch wenn ich und andere nicht Perfekt sind und Fehler begehen so kann ein Jeder daraus lernen nicht den gleichen Fehler in der Tat umzusetzen. Des weiteren schreibe ich Reden für bestimmte Anlässe ( Hochzeiten, Jubiläum Geburtstage usw.. Um eine richtig gute und überzeugende Reden zu schreiben brauche ich Informationen. Der oder Die jeweiligen Personen die die Reden halten bleiben in Erinnerung. und ich bin ein Perfektionist in Power Point Repräsentationen. Jemand möchte gerne sein Urlaub im Verwandten und Familienkreis bei einen schönen Abend repräsentieren der Abend wirkt interessant. Bei Interesse freue mich auf Resonanz. Danke das Ihr Die Zeit hattet mal zu sehen was ich so kann.

4 Kommentare zu „ENTSCHULDIGUNG, ENTSCHULDIGUNG

  1. Ich verstehe warum du dachtest, es sei einer von „Denen“.
    Es ist traurig, dass Menschen durch das große Elend ein bisschen abstupfen.
    Dies würde ich eben, genau wie du beschrieben hast, den Selbstschutz zuordnen.

    Es ist ihregendwie in unserer Gesellschaft obligat, als ersten Gedanken, den zu haben,
    es handle sich um eine/n Betrunkene/n.
    Ja, aber auch Betrunkene können Hilfe dringend nötig haben!
    Mir ist es schon etliche Male passiert, dass ich solche Menschen sah in der Stadt
    und ich kein gutes Gefühl gehabt hätte weiterzugehen. Jedes Mal habe ich den ärztlichen Notdienst verständigt und jedes Mal lag ein gesundheitliches Problem bei diesen Menschen vor.
    In der Zeit während wir auf den Rettungsdienst warteten, bin ich durchaus von anderen Passanten angepöbelt worden, weil sie mein Verhalten „übertrieben“ fanden, weil, sich ihrer Meinung nach „der B´soffene einfach seinen Rausch ausschlafen solle!“ Doch es ist nicht immer eine Alkoholisierung welche einen Menschen (auch Obdachlose ect.) in dramatische gesundheitliche Notsituationen bringt.
    Du wirst wahrscheinlich beim nächsten Mal auch stehen bleiben und fragen ….
    Liebe Abendgrüße! M.M.

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